In der aktuellen Podcastfolge spreche ich mit Ansgar Sommer, über Clostridien in der Grassilage und darüber, warum Fehlgärungen selten Zufall sind.
Wenn wir über Clostridien sprechen, denken viele zuerst an Buttersäure oder an den typischen Fehlgärungsgeruch im Silo. Doch das eigentliche Problem entsteht häufig viel früher: bei der Ernte und im Silomanagement.
Der Clostridien-Kreislauf
Clostridien sind überall vorhanden: in der Gülle, im Boden und auf Pflanzenoberflächen. Gelangen sie in hoher Zahl ins Silo und wird der pH-Wert nicht schnell genug abgesenkt, entstehen Fehlgärungen.
Der typische Kreislauf sieht so aus:
Gülle → Feld → Ernte → Silo → Tier → Gülle.
Es stellt sich die Frage: Schaukelt sich die Clostridien-Belastung hoch oder kannst du sie auf einem moderaten Niveau halten?
Niedrige Schnitthöhe schadet doppelt
Ein häufiger Denkfehler ist die Schnitthöhe. Wer sehr tief mäht, glaubt oft, mehr Ertrag zu sichern. Kurzfristig stimmt das vielleicht. Langfristig schadet es jedoch der Grasnarbe und erhöht das Risiko für Schmutzeintrag.
Je tiefer gemäht wird, desto näher arbeiten alle nachfolgenden Maschinen am Boden. Wender, Schwader, Pickup vom Häcksler – alles läuft tiefer. Und mit jedem Zentimeter steigt die Wahrscheinlichkeit, Erde, Asche und Güllereste mit ins Futter zu holen.
Damit holen wir uns genau das ins Silo, was wir dort nicht haben wollen: Clostridien-Sporen.
Regen, Gülle und Bakterienbesatz
Ein weiterer unterschätzter Faktor ist der Zeitpunkt vor der Ernte. Wird Gülle ausgebracht und es folgt eine Trockenphase, können Güllereste sichtbar im Bestand bleiben. Ein Regenschauer kurz vor der Mahd reicht dann aus, um Clostridien-Sporen vom Boden oder aus der Gülle in den Pflanzenbestand hochzuspritzen. Bei der folgenden Ernte holst du dir unter Umständen eine hohe Grundbelastung ins Silo.
Der Bakterienbesatz auf deinem Gras kann sich innerhalb weniger Tage stark verändern. Natürliche Milchsäurebakterien sind dabei kein verlässlicher Faktor. Ihre Anzahl schwankt – abhängig von Temperatur, Witterung und Vegetationsstadium.
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Sponsor dieser Folge ist Lallemand Animal Nutrition.
Lallemand Animal Nutrition ist ein Hersteller natürlicher, mikrobieller Futterzusatzstoffe wie z.B. probiotischen Hefen und nützlichen Milchsäurebakterien u.v.m., der als Zulieferer für die Tierfutterindustrie eng mit den Futtermittelherstellern in Deutschland und Österreich zusammenarbeitet. Gemeinsam mit seinen Partnern engagiert sich das Unternehmen für optimale Tierleistung und -gesundheit mit speziellen natürlichen mikrobiellen Produkten und Serviceleistungen.
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Die ersten 24 Stunden im Silo sind entscheidend
Das Ziel jeder Silierung ist klar: Der pH-Wert muss schnell unter 4,5 sinken. Dieser Absenkung sollte möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden erreicht werden.
So halten wir auch die Clostridien im Zaum. Je schneller die pH-Wert-senkende Milchsäure gebildet wird, desto früher werden Clostridien gehemmt. Verzögert sich dieser Prozess, haben unerwünschte Bakterien länger Zeit, Buttersäure zu bilden, Proteine abzubauen und biogene Amine entstehen zu lassen.
Auch pflanzeneigene Enzyme arbeiten so lange weiter, bis der pH-Wert ausreichend abgesenkt ist. Je länger diese Phase dauert, desto höher sind die Verluste.
Was leisten Siliermittel?
Siliermittel können unterstützen. Sie liefern gezielt ausgewählte Milchsäurebakterien und Enzyme, die den Gärprozess beschleunigen und stabilisieren. Sie können helfen, den pH-Wert schneller abzusenken und die Faserverdaulichkeit zu verbessern. Du kannst so eine Vorverdauung erreichen. Hier findest du mehr Wissen über den Siliermitteleinsatz und Auswahl.
ABER Siliermittel ersetzen kein Management!
Wer zu tief mäht, stark verschmutztes Futter einfährt, schlecht verdichtet oder das Silo unzureichend abdeckt, wird mit keinem Produkt dauerhaft stabile Ergebnisse erzielen.
Siliermittel sind das I-Tüpfelchen.
Die Grundlage ist saubere Arbeit.
Silage beurteilen: Worauf sollte man wirklich achten?
Silagequalität lässt sich nicht nur am Geruch beurteilen. Wichtige Kennwerte sind:
- pH-Wert
- Buttersäuregehalt
- Ammoniak-Stickstoff
- bei Problemen auch biogene Amine
Diese Werte geben Hinweise darauf, wie schnell und sauber der Gärprozess abgelaufen ist.
Fazit: Du kannst den Clostridien-Kreislauf bewusst auf einem geringen Level halten
Clostridien sind kein Zufallsproblem. Sie sind Teil eines Kreislaufs, den wir aktiv beeinflussen können:
- Mit sauberem Grünlandmanagement
- Mit angepasster Schnitthöhe
- Mit sauberer Ernte
- Mit konsequentem Silomanagement
Wer an mehreren Punkten ansetzt, reduzieret den Clostridien-Druck und sorgt für stabilere Silagen und gesündere Tiere.
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Deine nächsten Schritte
Viel Spaß mit deinen Kühen und genieße das Leben!
Dein Christian Völkner