Im Arbeitsalltag bleibt selten Zeit, bewusst zurückzuschauen. Meist geht es direkt weiter zum nächsten Thema, zur nächsten Aufgabe, zum nächsten Problem.
In dieser Podcastfolge teile ich, warum Reflexion für mich zu einer festen Routine geworden ist, was sie bei mir verändert hat und warum ich überzeugt bin, dass sie für KUH-Unternehmer unverzichtbar ist – gerade dann, wenn der Alltag voll ist.
Warum Reflexion für Unternehmer mehr ist als „kurz drüber nachdenken“
Reflexion wird oft mit Nachdenken verwechselt. Dabei ist unternehmerische Reflexion etwas anderes.
Sie bedeutet, das Vergangene bewusst zu betrachten und einzuordnen – nicht nebenbei, sondern mit dem Ziel, aus Erfahrung zu lernen und bessere Entscheidungen zu treffen.
Ohne diese Rückschau passiert häufig genau das, was viele Unternehmer kennen: Man arbeitet viel, ist beschäftigt, aber entwickelt sich kaum weiter.
Unser Gehirn bevorzugt das Negative
Nicht umsonst heißt es für viele Medien: Bad News are good News. Ein wichtiger Punkt dabei: Unser Gehirn merkt sich negative Ereignisse deutlich stärker als positive.
Das ist kein Fehler, sondern ein Überbleibsel aus der Evolution. Gefahren wahrzunehmen war überlebenswichtig. Erfolge und Schönes wahrzunehmen war weniger überlebenswichtig.
Im heutigen Alltag führt das aber dazu, dass Probleme und Fehler überpräsent sind, während Erfolge schnell in Vergessenheit geraten. Regelmäßige Reflexion hilft, dieses Ungleichgewicht auszugleichen.
Nicht, um Probleme klein zu reden, sondern um positiv und aktiv die Dinge anzugehen.
Reflexion im Alltag verankern statt extra Zeit zu suchen
Reflexion funktioniert nur dann langfristig, wenn sie in bestehende Abläufe integriert wird.
Bei mir beginnt das bereits morgens mit einem kurzen Tagesplan. Dabei habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht auf den Vortag zu schauen:
- Was ist gut gelaufen?
- Was hat mich weitergebracht?
- Was war bemerkenswert?
Dieser tägliche Rückblick dauert nur wenige Minuten. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern die Regelmäßigkeit – und dass Gedanken festgehalten werden. Tipp: Mache deine Reflexion schriftlich!
Warum Reflexion Zeit und Mühe braucht
Das Wort Reflexion stammt vom lateinischen reflexio – dem Zurückbeugen.
Und Beugen ist anstrengend.
- Reflexion kostet Zeit
- Reflexion kostet Konzentration
- Und sie verlangt Ehrlichkeit sich selbst gegenüber
Aus diesen Gründen bleibt sie oft aus. Nicht gut für die langfristige Entwicklung auf vielen Betrieben.
Reflexion, ohne sich selbst zu blockieren
Reflexion bedeutet nicht, sich ständig mit Problemen zu beschäftigen oder über alles einen Kopf zu machen.
Im Club der alten Kühe fiel dazu ein Satz: „Aufregen wird nicht bezahlt.“
Reflexion soll helfen, klarer zu werden – nicht, sich selbst im Weg zu stehen. Durch Reflexion erkennst du deine Stärken und Schwächen und an welcher Stelle du dich weiterentwickeln darfst.
Fazit
Reflexion ist keine Nebensache. Sie ist Teil deiner unternehmerischer Entwicklung.
Reflexion ist Arbeit – aber eine, die Wirkung zeigt.
Wer regelmäßig zurückschaut, erkennt Zusammenhänge schneller, trifft bewusstere Entscheidungen und entwickelt sich gezielter weiter. Gerade dann, wenn der Alltag voll ist.
Weiterführende Links
Viel Spaß mit deinen Kühen und genieße das Leben!
Dein Christian Völkner