114 | Oxidativer Stress » Kuhverstand

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114 | Oxidativer Stress

Es lohnt sich in die Kuh hineinzuzoomen. Du wirst nach diesem Podcast den Stoffwechsel von deinen Rindern und auch dir selbst besser verstehen. Auf gehts!

Was ist Oxidativer Stress?

Oxidativer Stress ist eine Stoffwechsellage in der es zu Schäden an Körperzellen kommt. Das beeinträchtigt beispielsweise die Funktion wichtiger Organe wie Lunge, Herz und Leber. Und führt auch zu Immunsuppression (fehlerhaft arbeitendes Immunsystem) sowie Entzündungen.

Was kann zu oxidativen Stress führen?

Hier lässt sich unterscheiden in Umfeld, Futter und Krankheiten. Wobei die Übergänge fließend sind und sich die Dinge gegenseitig befeuern.

Ein schlechtes Umfeld

  • Hitze
  • Lärm
  • Rangkämpfe
  • Unvorhersehbares Umfeld (Unregelmäßige Melk- und Fütterungszeiten)
  • Andere Stressfaktoren (z.B bei plötzlichem Regenguss bricht Panik in der Herde aus)

Minderwertiges Futter

  • Geringe Nährstoffgehalte auch gerade bei den Mikronährstoffen und Vitaminen
  • Schimmel und verdorbenes Futter

Krankheiten

Wie funktioniert der Stoffwechsel von unseren Kühen?

Auf Zellebene so wie bei uns Menschen! Die Makronährstoffe (Fette, Zucker, etc.) werden über die Blutbahn zu die Zellen gebracht. In den Zellen verstoffwechseln dann Mitochondrien (die Kraftwerke der Zellen) diese in verschiedenen Prozessen zu Energie.

Freie Radikale können Kühe schädigen 

Wenn Kraftwerke arbeiten entstehen Abfallprodukte. So auch in den Mitochondrien. Diese Abfallprodukte sind freie Radikale. Bei einer idealen Ausstattung der Mitochondrien werden die Abfallprodukte mit Hilfe von bestimmten antioxidativen Enzymen umgewandelt, so das nur Sauerstoff und Wasser übrig bleiben – und das am laufendem Band. Sie sind im Prinzip die natürliche Kläranlagen in den Mitochondrien.

Wie schädigen freie Radikale die Rinder?

Bei einer sehr hohen Produktion von freien Radialen (Nebenprodukt beim Stoffwechsel) können diese nicht immer in den Mitochondrien unschädlich gemacht werden. Dann kommt es dazu, dass sie die Mitochondrienwand durchbrechen und so in die Zelle austreten. Dort treffen sie auf unterschiedliche Bestandteile (DNA, Zellwand mit eingelagertem Vitamin E, Fettmoleküle und so weiter). Diese werden dann von den freien Radikalen fleißig bombardiertet. Wenn freie Radikale auf Fette, Proteine, etc. stoßen verwandeln sie diese ebenfalls in freie Radikale. So kann eine Kettenreaktion entsteht. Es werden Zellen geschädigt und können absterben. Entzündungen und Leistungsverluste sind die Folge. Doch was lässt sich dagegen unternehmen?


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Antioxidantien erhalten die Zellen gesund

Freie Radikale in den Zellen sollten neutralisiert werden. Dafür brauchen wir ausreichend Antioxidantien in den Zellen. Das kann zum Beispiel Vitamin E sein.

Zwei Kategorien von Antioxidantien 

Beide Kategorien gehören zum Abwehrsystem gegen freie Radikale und oxidativen Stress:

 

Antioxidantien, die über die Nahrung in die Zelle gelangen, ...

(aber nicht ins Mitochondrium) und die fort Radikale neutralisieren in einer 1:1 Reaktion. (sekundäre Antioxidantien). Dazu zählen Vitamin E, Polyphenole usw.


Antioxidantien, die vom Körper produziert werden, ...

dafür aber Mikronährstoffe aus der Nahrung benötigen (Eisen, Selen, Zink, usw.). Das sind Enzyme, die in den Mitochondrien sind und dafür sorgen das Radikale umgebaut werden in Wasser und Sauerstoff. Man nennt sich auch primäre Antioxidantien. Enzyme sind wie kleine Maschinen, die am laufendem Band Radikale zu etwas unschädlichem umbauen.

Mitochondrien sind die Kraftwerke in der Kuh

Die Mitochondrien sind wie Motoren, die für die Leistungsfähigkeit der Zellen sorgen. Je mehr und je besser die Motoren sind, desto besser kann der ganze Organismus funktionieren und mit Belastung umgehen. Wir sollten also gute Motoren bauen. Das können wir mit Hilfe von Vitaminen und Mikronährstoffen fördern. 

Diese 3 Herangehensweisen versprechen Fortschritte auf der Zellebene 

1. Mehr Mitochondrien bauen und Schäden vermeiden

Das fängt bei der Versorgung vom Fötus (Trockensteher-Ration) an.

Wir brauche über die gesamte Lebensdauer vom Rind eine ideale Versorgung mit verfügbaren Spurennährstoffen und Vitaminen.


2. Antioxidantien hinzufügen

Vitamin E, Beta-Carotin und Polyphenole (z.B. In Trauben) können eins zu eins freie Radikale neutralisieren.


3. Antioxidative Enzyme (die natürlichen Kläranlagen) in den Mitochondrien unterstützen

Eisen, Kupfer, Zink, Mangan und Selen sind wichtige Bestandteile dieser antioxidativen Enzyme (SOD, CAT, GPx). Sie sollten in einer guten Qualität und hohen Bioverfügbarkeit im Mineralfutter, Milchaustauscher oder Vollmilchaufwerter enthalten sein. 

So können zum Beispiel Produkte auf Melonenbasis zusätzlich die Produktion der antioxidativen Enzyme in den Mitochondrien anregen.

Welche Herrangehensweisen versprechen Fortschritte auf der groben Umfeld-Ebene?

Damit sind wir bei den klassischen Empfehlungen:

Es klingt banal: Wer hier besser wird, kann mehr mit seinen Tieren erreichen. Manchmal bringt die Investition von wenigen 1000,-€ eine enorme Verbesserung. 

Links zur Folge:

Viel Spaß mit deinen Kühen und genieße das Leben!

Dein Christian Völkner