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087| Die Abwärtsspirale in der Milchproduktion

Was steckt hinter Missständen in der Tierhaltung? Ein Interview mit Prof. Dr. Edgar Schallenberger

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Abwärtsspirale in der Milchproduktion. Im ersten Teil ging es um die Kontrollen vom Veterinäramt und was ein Vertrauensmann Tierschutz so macht.

Den Tieren geht es schlecht, wenn es den Landwirten schlecht geht.

Diesen Satz hat Prof. Dr. Edgar Schallenberger geprägt. Wir müssen weiter denken und die Zusammenhänge begreifen. Das hilft, Lösungen zu entwickeln.

Die Abwärtsspirale verstehen.

Die Anforderungen an die Landwirtschaft steigen ständig und unaufhaltsam. Viele Landwirte können davon ein Lied singen:

Diese Anforderungen führen zu einer hohen Belastung sowohl psychisch als auch von dem Arbeitseinsatz. 

Es fängt an mit dem Schulden

Die Abwärtsspirale beginnt meistens mit einem Vernachlässigen an einem beliebigen Punkt, zum Beispiel bei dem Auswaschen der Kälberboxen. Dies führt oft nicht sofort zu einem großen Problem. Egal ob die Kälber aus der restriktiven oder der ad libitum Fütterung stammen, nach einiger Zeit erhöht sich der Keimdruck und die ersten Kälber werden krank. Diese werden behandelt und wieder gesund, doch sie sind innerlich geschädigt. So hat die Lunge bei einer einzigen mittleren Lungenentzündung nachhaltige Schäden und wird nie mehr ihre volle Leistung erbringen können. Das führt im späteren Kuhleben zu Problemen. Die Wirtschaftlichkeit wird schlechter. Der Landwirt möchte sparen und es wird kein neuer Mitarbeiter zum Waschen der Kälberboxen eingestellt. Der Keimdruck nimmt noch weiter zu. So beschleunigt sich die Abwärtsspirale auf dem Bauernhof immer weiter.

Wie kann man der Abwärtsspirale vorbeugen?

  • Bessere Kommunikation und die Diskussion über Tiere führen
  • Erreichbare Ziel setzten und diese auch versuchen zu erreichen
  • Hinterfragen, ob die eigenen Ziele passend sind. Habe ich die Unterstützung der Mitarbeiter und der Familie?
  • Mit Berufskollegen in ehrlichen und offenen Erfahrungsaustausch kommen
  • Seine eigenen Fähigkeiten kennen und beachten
  • Seine eigenen Grenzen kennen und beachten

Was vor einem Wachstumsschritt ansteht

  1. Wie sieht es mit der Familie aus? Kommen alle Familienmitglieder mit ihren eigenen Bedürfnissen weiter, oder kommt irgendwer zu kurz? Die Familie ist auf dem Familienbetrieb die Basis für eine gute Zukunft. Ggf. sollte man sich auch hier Unterstützung von Aussen einkaufen. Jeder braucht mal Hilfe auf seinem Weg.
  2. Tiergesundheit: Nur eine gesunde Herde vom Kalb bis zum Deckbullen kann Leistung erbringen. Tiergesundheit ist das Ergebnis einer guten Arbeit. Es gibt viele Landwirte, die es vormachen, wie es gelingen kann. Wichtig dabei: Immer schön kleine und erreichbare Schritte gehen. Eine gute Tier- und Eutergesundheit lässt sich nicht von heute auf morgen herstellen, jedoch lohnt es sich nachhaltig.
  3. Wachstum und Spezialisierung sollte erst dann als ein weiterer möglicher Schritt in Erwägung gezogen werden.

Links:

Viel Spaß mit deinen Kühen und genieße das Leben!

Dein Christian Völkner

PS: Zur Anleitung Podcast nebenbei anhören.

KVP052| Der Arbeitnehmer ist der Arbeitgeber

KVP052| Der Arbeitnehmer ist der Arbeitgeber

Dies ist der zweite Teil vom Interview mit Frank Lenz. Im ersten Teil ging es um die muttergebende Kälberaufzucht auf seinem Betrieb mit 370 Milchkühen.

Heute reden wir über Mitarbeiterführung in der Landwirtschaft. Viele Milchkuhviehbetriebe haben Probleme mit ihren Mitarbeitern. Einige klagen über Unzuverlässigkeit, andere über die Schwierigkeit, Mitarbeiter zu bekommen. Bei anderen hingegen sind die Mitarbeiter hoch motiviert. 

Diese Unterschiede möchte ich mit diesem Interview näher beleuchten.

Wie denkt Frank Lenz über Mitarbeiterführung. Es geht also um die Denkweise in der Mitarbeiterführung. Ich nenne es Mitarbeiter-Mindset. 

Es gibt das traditionelle Arbeits-Mindset (Fokus der Arbeit ist Geld verdienen) und das neue Arbeits-Mindset (Fokus der Arbeit ist Schaffen und Leben von Werten). 

Für Frank gibt es drei Schlüsselwörter bei der Mitarbeiterführung: 

  1. Vertrauen
  2. Transparenz 
  3. Initiative

Frank Lenz ist davon überzeugt, dass es neues Denken braucht, um in der Landwirtschaft erfolgreich zu sein und zu bleiben. Alte Lösungen nach dem Motto: Wachsen oder Weichen führen demnach irgendwann in eine Sackgasse. Beispiel: Die Hof-Feld-Entfernung steigt und führt trotz Wachstum zu gleichbleibenden oder gar steigenden Arbeitserledigungskosten. 

Weitere Punkte in der Diskussion:

  • Die Sehnsucht von Landwirten nach Selbstbestimmtheit
  • Kritisch denken über sich selbst
  • Die Arbeit mit Schlüsselwörtern und Schlüsselfragen (Coaching-Fragen)
  • Franks Abkehr von der Arbeit mit Standardvorgehensweisen (SOP’s)
  • Zusammenschluss von Landwirten, um Lösungen auf die ständigen Herausforderungen für unsere Höfe zu finden.

 

Die Links zur Sendung:

 

Weitere Links:

 

Viel Spaß mit deinen Kühen und genieße das Leben

Dein Christian Völkner

Transcript:

 

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